Urlaub mit Tieren

Hund im Auto transportieren: So sicherst du deinen Hund richtig

Foto von Daniel Werner Daniel Werner · 13.09.2026 · 6 Min. Lesezeit
Hund sitzt in einer geschlossenen Transportbox, die mit einem Spanngurt im Kofferraum gesichert ist

Im Auto gilt dein Hund rechtlich als Ladung, und Ladung muss gesichert sein. Am besten gelingt das mit einer passenden, fest verankerten Box oder auf der Rückbank mit einem gut sitzenden Geschirr, das mit dem Gurtsystem verbunden ist. Wer den Hund lose mitfahren lässt, riskiert ein Bußgeld, und bei einer Vollbremsung wird selbst ein kleiner Hund zur Gefahr für alle im Auto.

Hier steht, was die Straßenverkehrs-Ordnung verlangt, welche Sicherung für welchen Hund taugt und was sich auf der langen Fahrt in den Urlaub bewährt. Die Einschätzungen zu den einzelnen Systemen stammen vom ADAC, der die Hundetransport-Systeme vergleicht.

Was die StVO verlangt

Eine eigene Anschnallpflicht für Hunde gibt es nicht. Maßgeblich sind zwei Regeln, die für jede Fahrt gelten. Nach § 22 der Straßenverkehrs-Ordnung muss Ladung so gesichert sein, dass sie auch bei einer Vollbremsung nicht verrutscht oder umfällt. Und § 23 macht den Fahrer verantwortlich: „Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden.“ Ein Hund, der während der Fahrt nach vorn klettert, verstößt schnell gegen beides.

Wer den Hund nicht ausreichend sichert, zahlt laut Bußgeldkatalog 35 Euro. Kommt es zu einer Gefährdung, sind es 60 Euro und ein Punkt in Flensburg, bei einem Unfall 75 Euro und ein Punkt. Dieselben Beträge nennt der ADAC.

Box, Geschirr oder Trenngitter: die Möglichkeiten

Für Hunde, die im Kofferraum mitfahren, ist eine Box der naheliegende Weg. Der ADAC rät, sie im Zweifel eine Nummer kleiner zu kaufen, damit der Hund darin wenig Spielraum hat, und sie mit Spanngurten an den Verzurrösen zu befestigen, wenn sie den Kofferraum nicht ausfüllt. Kunststoffboxen sind günstiger, müssen im Kofferraum aber zusätzlich gesichert werden und schneiden laut ADAC im Crash schlechter ab als Boxen aus Metall.

Auf der Rückbank ist ein Sicherheitsgeschirr die übliche Lösung. Es muss gut sitzen und wird mit dem Gurtsystem verbunden, am besten an zwei Punkten. Systeme, die zusätzlich an den ISOFIX-Halterungen hängen, verhindern laut ADAC, dass der Hund nach vorn oder zur Seite rutscht. Für kleine Hunde gibt es Körbchen, die nur zusammen mit einem Geschirr sichern, und weiche Taschen mit ISOFIX, die bei richtiger Größe und Montage taugen. Unterschätzen sollte man kleine Hunde nicht: Schon drei bis fünf Kilogramm entwickeln ungesichert beim Aufprall große Kräfte.

Eine feste Box direkt auf der Rückbank, die per ISOFIX am Auto hängt, ist eine weitere Möglichkeit, gerade wenn der Kofferraum für Gepäck gebraucht wird.

Ein Trenngitter oder Netz allein genügt dagegen nicht. Es hält den Hund bei einer Bremsung zurück, schützt ihn aber nicht bei einem Seitenaufprall, und nach einem Unfall kann ein freier Hund Helfer gefährden. Netze empfiehlt der ADAC deshalb nur zusammen mit einem Gurt. So sollte dein Hund nach seiner Einschätzung nicht mitfahren:

  • lose auf der Rückbank oder im Fußraum
  • nur am Halsband angebunden
  • in einer viel zu großen Box, in der er hin und her rutscht
  • in einer Transportröhre, die der ADAC als absolut ungeeignet bewertet
  • auf dem Beifahrersitz, von dem der ADAC wegen des Airbags abrät

Vor dem Kauf lohnt ein Blick darauf, ob das Produkt einen Crashtest vorweisen kann oder nach DIN 75410-2 geprüft ist, dazu rät auch der ADAC. Für welches Hundegewicht ein System gedacht ist, steht beim Hersteller.

Welche Lösung passt zu deinem Hund?

Große Hunde fahren meist in einer stabilen Box im Kofferraum oder mit einem gut sitzenden Geschirr auf der Rückbank. Die Box hat den Vorteil, dass der Hund darin liegen kann und nicht an einem Gurt hängt, wenn er sich unterwegs umdreht. Das Geschirr braucht dafür keinen Platz im Kofferraum.

Kleine Hunde sind auf der Rückbank gut aufgehoben, in einer Box, einer Tasche mit ISOFIX oder einem Körbchen mit Geschirr. Für nervöse Hunde ist eine geschlossene Box oft angenehmer, weil sie Rückzug bietet. Wichtig ist, dass der Hund sie vorher kennt: Der ADAC rät, ihn geduldig an Box und Auto zu gewöhnen, etwa mit kurzen Fahrten, bevor es auf die lange Strecke geht.

Auf der Fahrt in den Urlaub

Die lange Fahrt zur Ferienwohnung ist für viele Hunde die größte Umstellung der Reise. Plane Pausen mit Wasser und einer kurzen Runde ein und pack Wasserflasche und Napf griffbereit ins Auto, nicht in den Koffer. Was sonst noch mitmuss, steht in unserer Packliste für den Urlaub mit Hund.

Lass deinen Hund nie im geparkten Auto zurück, auch nicht für ein paar Minuten. In einem ADAC-Test stieg die Temperatur im Innenraum nach einer halben Stunde auf über 50 Grad, obwohl es draußen unter 30 Grad hatte. Und an der Raststätte gilt: erst anleinen, dann die Klappe oder die Tür öffnen.

Häufige Fragen

Ist es Pflicht, den Hund im Auto anzuschnallen? Eine Anschnallpflicht speziell für Hunde gibt es nicht. Der Hund gilt aber als Ladung und muss gesichert sein, ob mit Geschirr und Gurt, in einer Box oder auf andere geeignete Weise. Ungesichert kostet es 35 Euro, mit Gefährdung 60 Euro und einen Punkt.

Wo ist der Hund im Auto am sichersten? In einer passenden, fest verankerten Box oder mit einem gut sitzenden Geschirr, das mit dem Gurtsystem verbunden ist. Nicht lose auf der Rückbank, nicht im Fußraum und nicht auf dem Beifahrersitz.

Darf der Hund ohne Box im Auto mitfahren? Ja, wenn er anders gesichert ist, etwa mit Geschirr und Gurt auf der Rückbank. Ein Trenngitter oder Netz allein reicht laut ADAC nicht.

Darf der Hund auf den Beifahrersitz? Verboten ist es nicht, solange er ausreichend gesichert ist, so erklärt es etwa die ARAG. Der ADAC rät trotzdem davon ab, weil der Airbag für den Hund zur Gefahr werden kann.

Welche Box passt zu meinem Hund? Eine, in der er bequem liegen und sitzen kann, ohne viel Platz zum Rutschen. Der ADAC rät, im Zweifel eine Nummer kleiner zu nehmen. Für welches Gewicht die Box getestet ist, nennt der Hersteller.

Gut angekommen

Wenn die Fahrt geschafft ist, zählt die Unterkunft. Bei den Unterkünften für den Urlaub mit Hund siehst du vor der Buchung, wie viele Hunde mitdürfen und was sie kosten. Wer ans Meer fährt, findet die Hundestrände an der Nordsee und die Hundestrände an der Ostsee mit Karte und Regeln.

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Über den Autor
Daniel Werner

Daniel ist Gründer von Urlaub mit Tieren und betreibt selbst zwei tierfreundliche Ferienunterkünfte bei Würzburg, das Ferienhaus „zum Goldschmied" und die Ferienwohnung „Heimatgefühl". Er schreibt hier aus echter Gastgeber-Erfahrung: von der Napfstation bis zum eingezäunten Garten.

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