Urlaub mit Tieren

Packliste für den Urlaub mit Hund: Was wirklich mit muss

Foto von Daniel Werner Daniel Werner · 18.07.2026 · aktualisiert 11.09.2026 · 6 Min. Lesezeit
Reisetasche wird mit Hundeleine, Näpfen und Spielzeug gepackt, ein Hund schnüffelt daran
Symbolbild, mit KI erzeugt.

Als Gastgeber zweier Ferienunterkünfte bei Würzburg sehen wir bei Anreisen mit Hund immer wieder dasselbe: Das Wichtigste ist eingepackt, und am zweiten Tag fehlt trotzdem etwas. Meist liegt es nicht am Vergessen, sondern daran, dass manche Dinge Wochen vorher erledigt sein müssen. Diese Packliste ist deshalb nach Zeitpunkt sortiert.

Wer lieber auf Papier abhakt, bekommt die Liste auch als Checkliste zum Ausdrucken.

Erste Seite der Checkliste Urlaub mit Hund: Aufgaben zwei Wochen vorher, eine Woche vorher und am Abfahrtstag zum Abhaken
Checkliste Urlaub mit Hund zum Ausdrucken

Zwei Seiten zum Abhaken, sortiert nach Zeitpunkt. Kostenlos und ohne Anmeldung.

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Zwei bis drei Wochen vor der Abreise

Fang mit den Papieren an. Innerhalb Deutschlands brauchst du für deinen Hund keinen EU-Heimtierausweis, für Reisen in andere EU-Länder schon, dazu einen Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung. Nach der ersten Tollwutimpfung musst du laut dem EU-Portal Ihr Europa mindestens 21 Tage warten, bevor du mit dem Hund verreisen darfst. Wer die Impfung erst kurz vor der Abreise machen lässt, kann nicht mit ins Ausland.

Prüf bei der Gelegenheit, ob die Chipnummer bei einem Haustierregister wie Tasso oder Findefix eingetragen ist und die Handynummer stimmt. Entläuft der Hund in fremder Umgebung, ist das der schnellste Weg zurück. Was in den ersten Stunden zählt, steht in unserem Beitrag über Tasso und entlaufene Tiere.

Zecken- und Flohschutz wirken je nach Mittel erst nach einiger Zeit, also rechtzeitig auffrischen. Such außerdem eine Tierarztpraxis am Urlaubsort samt Notdienst heraus und speicher die Nummer im Handy. Und schau in deine Hundehaftpflicht: Sie ist unter anderem in Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen für alle Hunde Pflicht, und manche Gastgeber fragen danach. Braucht dein Hund Medikamente, bestell so nach, dass die Menge für den Urlaub und ein paar Tage mehr reicht. Was sonst in die Reiseapotheke gehört, steht in unserer Checkliste für die Reiseapotheke.

Die Fahrt: Auto oder Bahn

Im Auto gilt dein Hund rechtlich als Ladung und muss gesichert sein. Wer ihn ungesichert mitnimmt, zahlt laut Bußgeldkatalog 35 Euro, mit Gefährdung 60 Euro und einen Punkt, bei einem Sachschaden 75 Euro und einen Punkt. Wichtiger als das Bußgeld: Bei einer Vollbremsung wird ein ungesicherter Hund selbst zur Gefahr. Als sicherste Lösung gilt eine Transportbox im Kofferraum, alternativ ein crashgetestetes Sicherheitsgeschirr auf der Rückbank. Welche Sicherung zu deinem Hund passt, steht in unserem Ratgeber Hund im Auto transportieren.

Plan etwa alle zwei bis drei Stunden eine Pause mit Wasser und einer kurzen Runde, viele Rastplätze haben dafür eine Wiese am Rand. Wasserflasche und Faltnapf gehören griffbereit ins Auto und nicht in den Koffer, ein altes Handtuch im Fußraum fängt matschige Pfoten ab. Lass deinen Hund nie im geparkten Auto zurück, auch nicht für ein paar Minuten. In einem ADAC-Test stieg die Temperatur im Innenraum nach einer halben Stunde auf über 50 Grad, obwohl es draußen unter 30 Grad hatte, und leicht geöffnete Fenster änderten daran kaum etwas.

In der Bahn fahren kleine Hunde bis zur Größe einer Hauskatze laut Deutscher Bahn kostenlos mit, wenn sie in einer Transportbox reisen. Für größere Hunde zahlst du den halben Fahrpreis, und im Zug gilt für sie Leinen- und Maulkorbpflicht. Übe den Maulkorb deshalb ein paar Tage vorher zu Hause.

Der Koffer deines Hundes

Jetzt die eigentliche Liste. Nimm Futter und Leckerlis mit, die dein Hund kennt, denn ein plötzlicher Futterwechsel kann auf den Magen schlagen, und Spezialfutter gibt es am Urlaubsort nicht überall.

Fressen und Trinken

  • Gewohntes Futter für alle Tage plus zwei Reservetage
  • Leckerlis, gern etwas mehr als zu Hause
  • Zwei Näpfe, falls die Unterkunft keine stellt
  • Wasserflasche und Faltnapf für unterwegs

Schlafen und Wohnen

Der Geruch von zu Hause hilft vielen Hunden, in einer fremden Umgebung zur Ruhe zu kommen. Selbst wenn in der Unterkunft ein Körbchen steht, lohnt sich die eigene Decke.

  • Eigenes Körbchen oder die vertraute Decke
  • Eine zweite Decke für Sofa oder Bett, wenn der Hund dort hinauf darf
  • Lieblingsspielzeug und etwas zum Kauen für Regentage

Draußen

In fremdem Gelände weißt du nicht, wo Wild steht oder wo die nächste Straße verläuft. Eine lange Leine gibt deinem Hund Freiraum, ohne dass du die Kontrolle abgibst.

  • Schleppleine mit fünf bis zehn Metern
  • Normale Leine und eine Ersatzleine
  • Halsband oder Geschirr mit Adressanhänger und aktueller Handynummer
  • Reflektor oder Leuchtanhänger für Abendrunden
  • Kotbeutel, großzügig gerechnet
  • Im Sommer eine Kühlmatte, im Winter für kurzhaarige Hunde ein Mantel

Pflege und Gesundheit

Für kleine Verletzungen unterwegs reicht ein kleines Set. Für alles andere hast du ja schon die Nummer der Tierarztpraxis am Urlaubsort.

  • Zeckenzange und ein Erste-Hilfe-Set mit Verband, Pfotensalbe und Wunddesinfektion
  • Medikamente und bei Reisekrankheit ein Mittel vom Tierarzt
  • Bürste gegen Sand, Salz und Kletten
  • Zwei bis drei Handtücher nur für den Hund
  • Maulkorb, wenn ihr Bahn fahrt oder ins Ausland reist
  • EU-Heimtierausweis und Nachweis der Hundehaftpflicht

Was gern vergessen wird

Der Impfpass liegt am Abreisetag oft noch an seinem „sicheren Ort“ zu Hause, leg ihn am besten gleich zur Leine. Für den Strandtag fehlt häufig Süßwasser, dabei kann Salzwasser Durchfall und Erbrechen auslösen, mehr dazu in unserem Ratgeber zu den Hundestränden an der Ostsee. Und am Halsband steht manchmal noch die Festnetznummer von zu Hause, unter der im Urlaub niemand abnimmt.

Häufige Fragen

Was kostet der Hund in der Unterkunft? Das legt jeder Gastgeber selbst fest. In unserer Markterhebung vom September 2026 reichte die Spanne von kostenlos über 5 Euro am Tag bis 20 Euro pro Nacht, manche Vermieter nehmen eine Pauschale pro Aufenthalt, etwa 50 Euro. Bei uns steht die Tiergebühr auf jeder Unterkunftsseite und fließt in den angezeigten Preis ein.

Wie viele Hunde darf ich mitbringen? Auch das entscheidet der Gastgeber, viele erlauben genau einen Hund. Gib in unserer Suche gleich an, mit wie vielen Hunden du reist, dann siehst du nur passende Unterkünfte.

Darf mein Hund in der Unterkunft allein bleiben? Manche Gastgeber erlauben es zeitweise, andere nicht, kläre das vor der Buchung. Ein neuer Ort bedeutet für viele Hunde Stress, lass deinen Hund in den ersten ein bis zwei Tagen deshalb möglichst nicht allein.

Worauf achte ich bei der Unterkunft? Frag vor der Anreise, was schon da ist. Bei tierfreundlichen Gastgebern stehen oft Näpfe und Körbchen bereit, manchmal gibt es draußen Wasser zum Abspülen. Soll dein Hund frei im Garten laufen, zählt die Zaunhöhe. Worauf es dabei ankommt, steht auf unserer Seite zum Ferienhaus mit eingezäuntem Grundstück.

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Über den Autor
Daniel Werner

Daniel ist Gründer von Urlaub mit Tieren und betreibt selbst zwei tierfreundliche Ferienunterkünfte bei Würzburg, das Ferienhaus „zum Goldschmied" und die Ferienwohnung „Heimatgefühl". Er schreibt hier aus echter Gastgeber-Erfahrung: von der Napfstation bis zum eingezäunten Garten.

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