Urlaub mit Tieren

Hundestrände an der Ostsee: Wo dein Hund wirklich ins Wasser darf

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Daniel Werner · 19.07.2026 · 6 Min. Lesezeit
Hund rennt an einem leeren Ostseestrand bei bedecktem Himmel

Kaum eine Region wird für den Urlaub mit Hund so oft gesucht wie die Ostsee. Kilometerlange Sandstrände, flaches Wasser, in der Nebensaison herrlich viel Platz. Nur: Nicht jeder Strandabschnitt erlaubt Hunde. Die Regeln macht jede Gemeinde selbst, sie unterscheiden sich nach Jahreszeit, und wer am falschen Aufgang runtergeht, zahlt je nach Ort zwischen 25 und 150 Euro.

Wir haben die ausgewiesenen Hundestrände der deutschen Ostseeküste zusammengetragen: von der Lübecker Bucht bis Usedom, mit Strandabschnitt, Saisonzeitraum und Leinenregel.

Freilauf laut Quelle möglich Leinenpflicht keine Angabe gefunden
31 Orte mit ausgewiesenem Hundestrand. Die Pins markieren den Ort, nicht den genauen Strandabschnitt, der steht im Popup und an den Strandaufgängen. Recherchiert im Juli 2026; verbindlich ist die Beschilderung vor Ort.

Die Hundestrände nach Küstenabschnitt

Lübecker Bucht & Ostholstein

Der westlichste Zipfel, von Hamburg und dem Ruhrgebiet am schnellsten erreichbar. Flaches Wasser, viel Infrastruktur, entsprechend voll im Hochsommer.

Grömitz
Wo: 1,7 km langer Hundestrand am nördlichen Ende des Nordstrandes
Einer der längsten Hundestrände der Ostsee, hier wird es auch im August nicht eng.
Dahme
ohne Leine möglich
Wo: vier ausgewiesene Abschnitte
Laut Quelle ist Freilauf möglich; die Abschnitte sind ausgeschildert.
Timmendorfer Strand
Wo: ausgewiesener Abschnitt
Sandstrand mit Strandkörben und flachem Wasser, gut für unsichere Schwimmer.
Scharbeutz
Wo: ausgewiesener Abschnitt
Direkt neben Timmendorf, die Promenade verbindet beide Orte.
Haffkrug
Wo: nördlich der Jugendherberge, am Strandzugang 31
Ruhiger als die großen Nachbarn.

Fehmarn

Die Sonneninsel: statistisch die meisten Sonnenstunden Deutschlands, über die Brücke ohne Fähre erreichbar.

Fehmarn
Leinenpflicht
Wo: mehrere Abschnitte rund um die Insel
Auf Fehmarn gilt an den Stränden ganzjährig Leinenpflicht: dafür ist die Insel klein genug, dass jeder Strand schnell erreichbar ist.

Kieler Bucht & Flensburger Förde

Weniger überlaufen als die Lübecker Bucht, dafür etwas kühleres Wasser und mehr Steilküste.

Eckernförde
Wo: rund 1 km langer Hundestrand am Südstrand
Ordentlich lang und stadtnah, Café und Altstadt in Laufweite.
Damp
Wo: Strand mit Parkplatz direkt am Ufer
Kurze Wege vom Auto zum Wasser, praktisch mit Gepäck und Hund.
Laboe
Wo: feinsandiger Abschnitt hinter dem Marine-Ehrenmal
Hier fallen Gebühren an, vor Ort erfragen.
Glücksburg
Wo: Halbinsel Holnis
Ruhig und ohne Kurtaxe, Naturschutzgebiet in direkter Nachbarschaft (dort Leinenpflicht).

Mecklenburgische Küste (West)

Zwischen Wismar und Rostock reiht sich ein Ostseebad ans nächste, hier sind die Hundestrand-Regeln am besten dokumentiert.

Boltenhagen
ohne Leine möglich
Wo: Tarnewitz, Strandaufgänge 21 bis 22
Beschränkung gilt: 15. Mai – 30. September
In der Saison ist der Hundestrand leinenfrei, außerhalb gilt am ganzen Strand Leinenpflicht.
Zierow
ohne Leine möglich
Wo: westlich des Hauptstrandes (leinenfrei) und östlich am Campingplatz (mit Leine)
Beschränkung gilt: 1. April – 30. September
Zwei Abschnitte mit unterschiedlichen Regeln, auf die Schilder achten.
Insel Poel
Leinenpflicht
Wo: Timmendorf, Schwarzer Busch und Gollwitz
Beschränkung gilt: 1. Mai – 30. September
In der Saison überall Leinenpflicht, außerhalb frei. Drei Strände auf einer überschaubaren Insel.
Rerik
Leinenpflicht
Wo: Wustrower Hals (Zugänge 1 bis 2) und Liebesschlucht (9 bis 10)
Beschränkung gilt: 1. Mai – 30. September
Der Wustrower Hals ist eine schmale Landzunge: Ostsee auf der einen, Salzhaff auf der anderen Seite.
Kühlungsborn
ohne Leine möglich
Wo: Abschnitte 1, 12 bis 13 und 25 bis 28
Beschränkung gilt: 1. Mai – 31. Oktober
Tagsüber ohne Leine erlaubt, zwischen 20 und 8 Uhr angeleint. Größtes Ostseebad Mecklenburgs.
Heiligendamm
Wo: westlich des Grand Hotels und Abschnitt 7
Nur über Treppen erreichbar, für ältere Hunde mit Hüftproblemen ungeeignet.
Börgerende
Leinenpflicht
Wo: Abschnitte 1 bis 2 und 7 bis 8
Beschränkung gilt: 1. April – 30. September
Ganzjährige Leinenpflicht, dafür selten überlaufen.
Nienhagen
Leinenpflicht
Wo: rund 700 m westlich der Promenade, am Gespensterwald
Beschränkung gilt: 1. Mai – 30. September
Der Gespensterwald oberhalb der Steilküste ist die schönste Gassi-Runde der Gegend.

Rostock, Fischland-Darß-Zingst

Stadtnahe Strände bei Rostock, weiter östlich dann Naturstrände im Nationalpark, der Kontrast ist groß.

Warnemünde
Leinenpflicht
Wo: Abschnitte 27 bis 31 und 36 bis 38, Hohe Düne 10 bis 12
Beschränkung gilt: 1. Mai – 30. September
Nachts zwischen 21 und 9 Uhr sind auch die Abschnitte 8 bis 10 mit Leine erlaubt.
Markgrafenheide
Leinenpflicht
Wo: östlich von Abschnitt 34
Beschränkung gilt: 1. Mai – 30. September
Nachts (20 bis 8 Uhr) zusätzlich die Abschnitte 24 bis 25. Ruhiger als Warnemünde nebenan.
Graal-Müritz
Leinenpflicht
Wo: Abschnitte 8 bis 9, 18 bis 19, 36 bis 38 und 46 bis 47
Beschränkung gilt: 1. Mai – 30. September
Vier Hundestrand-Abschnitte plus ein kostenloser Hundewald in der Rostocker Heide, die beste Kombination an der Küste.
Ahrenshoop
Leinenpflicht
Wo: Strandübergang 3
Beschränkung gilt: 1. Mai – 30. September
Von Oktober bis April ist der ganze Strand mit Leine freigegeben.
Prerow
Leinenpflicht
Wo: Nordstrand, Zugänge Fuchsberg (22) bis Hohe Düne (23)
Beschränkung gilt: 1. Mai – 30. September
Ganzjährige Leinenpflicht wegen des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft, dafür einer der schönsten Naturstrände Deutschlands.

Rügen

Deutschlands größte Insel: Kreideküste, Buchenwälder und ein Dutzend Ostseebäder mit eigenen Regelungen.

Binz
ohne Leine möglich
Wo: Nordstrand, Aufgänge 50 und 51
Beschränkung gilt: 1. Mai – 30. September
Von Oktober bis April ist der gesamte Strand mit Leine freigegeben. Zu weiteren Abschnitten machen Quellen unterschiedliche Angaben, vor Ort prüfen.
Juliusruh
Wo: ausgewiesener Strandabschnitt
Beschränkung gilt: 1. April – 31. Oktober
In der Saison sind Hunde ausschließlich hier erlaubt, der Rest von Schaabe ist tabu.
Göhren
Wo: ausgewiesener Abschnitt
Feinsandig mit guter Infrastruktur, dazu der Hochuferweg mit Blick auf die Insel Vilm.

Usedom & Vorpommern

Breite Sandstrände, die Kaiserbäder und im Hinterland viel Platz. Die Sonneninsel im Osten.

Karlshagen
Wo: weitläufiger Sandstrand
Ohne Kieselsteine, angenehm für empfindliche Pfoten. Ruhiger als die Kaiserbäder.
Zinnowitz
Wo: ausgewiesener Abschnitt
Mit Strandkorbverleih und Toiletten in der Nähe.
Bansin
Wo: bei den Strandaufgängen 3M und 3N
Das ruhigste der drei Kaiserbäder.
Ahlbeck
Wo: ausgewiesener Abschnitt
Historische Seebrücke, polnische Grenze in Laufweite.
Lubmin
ohne Leine möglich
Wo: westlicher Rand, Strandabgang 1
Beschränkung gilt: 1. Mai – 30. September
Im Hundestrand ohne Leine, sonst angeleint. Von Oktober bis April der ganze Strand mit Leine.

Recherchiert im Juli 2026 aus auf-nach-mv.de, ostseeferien.de und ferienhaus-mit-hunden.de . Wo sich Angaben widersprachen, steht der Ort ohne Abschnittsnummer. Gemeinden ändern ihre Regelungen, verbindlich ist die Beschilderung vor Ort.

Was überall gilt: die Saison entscheidet

Hauptsaison (meist 1. Mai bis 30. September, in Kühlungsborn bis Oktober): Hunde dürfen nur an ausgewiesene Hundestrände. Ob dort Leinenpflicht herrscht, ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden: in Boltenhagen und Kühlungsborn darf dein Hund frei laufen, in Prerow und Graal-Müritz nicht.

Nebensaison (meist Oktober bis April): Viele Gemeinden geben ihre Strände komplett frei, dann allerdings fast überall mit Leine. Für Hundebesitzer ist das die beste Reisezeit überhaupt: leere Strände, keine Hitze, deutlich günstigere Unterkünfte.

Kurtaxe: In vielen Ostseebädern zahlen auch Hunde eine kleine Kurabgabe, typisch 0,50 bis 1,50 Euro am Tag. Klingt kurios, finanziert aber Kotbeutelspender und die Pflege der Hundestrände.

Ein Hinweis in eigener Sache: Wir haben die Angaben oben im Juli 2026 recherchiert und, wo möglich, gegen eine zweite Quelle geprüft. Trotzdem ändern Gemeinden ihre Regelungen, teils von Saison zu Saison. Verbindlich ist die Beschilderung am Strandaufgang. Im Zweifel klärt ein Anruf bei der Kurverwaltung die Sache in zwei Minuten.

Welcher Abschnitt passt zu welchem Hund?

Schwimm-Anfänger und kleine Hunde → Fehmarn, Boltenhagen oder Timmendorfer Strand. Flach abfallendes, ruhiges Wasser ohne Brandung. Auf Fehmarn gilt zwar ganzjährig Leinenpflicht, dafür ist die Insel so überschaubar, dass jeder Strand schnell erreichbar ist.

Hunde mit Dauerlauf-Bedarf → Grömitz oder Graal-Müritz. Grömitz hat mit 1,7 Kilometern einen der längsten Hundestrände der Küste. Graal-Müritz punktet mit vier Abschnitten plus einem kostenlosen Hundewald in der Rostocker Heide: die beste Kombination, wenn das Wetter am Strand mal nicht mitspielt.

Ängstliche und reizempfindliche Hunde → Zierow, Börgerende oder Nienhagen. Kleine Orte, wenig Betrieb, kurze Wege. In Nienhagen liegt der Gespensterwald direkt oberhalb der Steilküste: die schönste Gassi-Runde der Gegend, und selbst im August nicht überlaufen.

Wer Natur will → Prerow und Ahrenshoop. Der Weststrand bei Prerow gehört zu den schönsten Naturstränden Deutschlands. Der Preis dafür: Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, also ganzjährig Leine, zum Schutz der Brutvögel.

Stadt und Strand kombinieren → Warnemünde oder Eckernförde. Beide haben ausgewiesene Hundestrände in Laufweite von Altstadt und Café. Warnemünde erlaubt nachts zwischen 21 und 9 Uhr zusätzliche Abschnitte, praktisch für die letzte Runde vor dem Schlafengehen.

So findest du den Hundestrand vor Ort

  1. Website der Kurverwaltung öffnen, nach „Hundestrand" suchen. Fast jede Gemeinde pflegt eine aktuelle Karte mit den Aufgangsnummern.
  2. An den Strandaufgängen auf die Schilder achten. Hundestrände sind mit Piktogramm markiert, die Nummer des Aufgangs steht dabei.
  3. Touristinfo fragen. Dort kennt man auch die kurzfristigen Änderungen, die auf keiner Website stehen.

Sechs Dinge, die erfahrene Hundebesitzer anders machen

  1. Süßwasser mitnehmen, ein bis zwei Liter pro Hund. Salzwasser trinken gibt zuverlässig Magenprobleme, nach dem dritten Wellen-Schnappen ist es meist passiert.
  2. Früh oder spät gehen. Zwischen 8 und 10 Uhr und ab 17 Uhr gehören die Hundestrände den Hunden. Mittags brennt der Sand an heißen Tagen zu heiß für Pfoten. Der Handballentest hilft: fünf Sekunden die Handfläche auf den Sand, wenn es unangenehm wird, ist es für Pfoten zu heiß.
  3. Schatten einplanen. Eine Strandmuschel reicht. Hunde überhitzen schneller als Menschen und zeigen es spät.
  4. Nach dem Baden abspülen. Salz und Sand im Fell jucken; an den Duschen der Strandaufgänge ist das in einer Minute erledigt.
  5. Zeckencheck nach dem Dünengras. Die sitzen bevorzugt an Ohren, Achseln und zwischen den Zehen.
  6. Kotbeutel sind Ehrensache. Die Gemeinden zählen Beschwerden, und jede Freigabe in der Nebensaison hängt am Verhalten aller.

Häufige Fragen

Darf mein Hund an der Ostsee frei laufen? Das hängt vom Ort ab. In Boltenhagen, Zierow, Kühlungsborn, Lubmin und Dahme ist Freilauf am Hundestrand laut den Kurverwaltungen möglich, in Prerow, Graal-Müritz, Rerik und auf Fehmarn nicht. In der Nebensaison geben viele Gemeinden den ganzen Strand frei, dann allerdings mit Leine.

Gibt es einen eingezäunten Hundestrand an der Ostsee? Eingezäunte Strandabschnitte sind uns an der deutschen Ostseeküste keine bekannt. Was es gibt, sind eingezäunte Hundewiesen und -wälder im Hinterland, etwa in der Rostocker Heide bei Graal-Müritz. Wer eine eingezäunte Fläche direkt an der Unterkunft braucht, sucht besser nach einem Ferienhaus mit eingezäuntem Grundstück.

Kostet der Hundestrand etwas? Der Zugang selbst in der Regel nicht. In Kurorten fällt für Hunde aber oft eine kleine Kurabgabe an, zu zahlen an der Unterkunft oder der Strandkasse. In Laboe werden laut Quelle Gebühren direkt am Strand erhoben.

Wann ist die beste Reisezeit? Mai, Juni und September: warm genug zum Baden, Strände leerer, Unterkünfte günstiger als im Hochsommer. Der Geheimtipp bleibt Oktober, dann öffnen die meisten Gemeinden ihre Strände wieder komplett.

Und mit mehreren Hunden? Am Hundestrand kein Problem. Der Engpass ist die Unterkunft, viele Vermieter erlauben genau einen Hund. Nutz dafür unseren Filter „mehrere Hunde erlaubt", statt es nach der Buchung zu klären.

Die passende Unterkunft zum Hundestrand

Der schönste Hundestrand nützt wenig, wenn die Unterkunft eine halbe Autostunde entfernt liegt oder der Vermieter beim Check-in doch die Stirn runzelt. Worauf es bei der Auswahl ankommt: Entfernung zum ausgewiesenen Abschnitt (unter zwei Kilometer heißt, ihr könnt zu Fuß hin), ein Außenbereich für den sandigen Hund nach dem Strandtag, und eine klare Angabe zur Tiergebühr statt einer Überraschung an der Tür.

Wir listen Ferienwohnungen und Ferienhäuser für den Urlaub mit Hund an der Ostsee mit genau diesen Angaben: eingezäuntes Grundstück, mehrere Hunde erlaubt und Tiergebühr stehen bei jeder Unterkunft dabei. Wer flexibel ist, was die Region angeht, findet unter Urlaub mit Hund alle handverlesenen Unterkünfte.

Noch ein Wort in eigener Sache: An der Ostsee sind wir gerade erst am Aufbauen. Wenn du eine hundefreundliche Unterkunft kennst oder selbst vermietest, trag sie kostenlos ein. Im ersten Jahr geht ein Drittel unserer Provision aus ihren Buchungen an ein Tierheim deiner Wahl.

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Über den Autor
Daniel Werner

Daniel ist Gründer von Urlaub mit Tieren und betreibt selbst zwei tierfreundliche Ferienunterkünfte bei Würzburg , das Ferienhaus „zum Goldschmied" und die Ferienwohnung „Heimatgefühl". Er schreibt hier aus echter Gastgeber-Erfahrung: von der Napfstation bis zum eingezäunten Garten.

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