Urlaub mit Tieren

Leinenpflicht Sachsen-Anhalt: 1. März bis 15. Juli in Wald und Feld

Foto von Daniel Werner Daniel Werner · 30.09.2026 · 7 Min. Lesezeit
Hund mit Leine sitzt an einem Waldweg im Harz in Sachsen-Anhalt, Fichten und Nebel zwischen den Stämmen
Vom 1. März bis 15. Juli gilt in Sachsen-Anhalt Leinenpflicht in Wald und freier Landschaft, im Nationalpark Harz das ganze Jahr. Symbolbild, mit KI erzeugt.

Kurz gesagt: Sachsen-Anhalt hat eine landesweite Leinenpflicht, aber nur für einen Teil des Jahres. Vom 1. März bis zum 15. Juli muss dein Hund in Wald und freier Landschaft an die Leine, also auch auf Feld- und Waldwegen. Außerhalb dieser Zeit darf er dort frei laufen, solange du ihn im Griff hast. Im Nationalpark Harz gilt die Leine das ganze Jahr, und im Ort entscheidet die Gemeinde.

Das gilt auf einen Blick

Ort Regel Zeitraum Rechtsgrundlage
Wald, Feld, Wiese, freie Landschaft Hund anleinen 1. März bis 15. Juli § 28 Abs. 2 LWaldG LSA
Wald und freie Landschaft außerhalb der Frist nicht unbeaufsichtigt laufen lassen ganzjährig § 28 Abs. 2 LWaldG LSA
Nationalpark Harz Leine und Wegegebot ganzjährig Nationalparkgesetz, Angabe der Nationalparkverwaltung
Naturschutzgebiete regelt die jeweilige Schutzgebietsverordnung je nach Gebiet Verordnung vor Ort
Ortschaft, Parks, Fußgängerzonen an die Leine, wenn die Gemeinde es festlegt nach Gemeinderegel Satzung der Gemeinde
Badestellen regelt die Gemeinde nach Gemeinderegel Badeordnung vor Ort

Die Frist: 1. März bis 15. Juli

Das Landeswaldgesetz von Sachsen-Anhalt regelt es in einem Satz: „In der Zeit vom 1. März bis zum 15. Juli sind Hunde grundsätzlich anzuleinen." So gibt es das Landesverwaltungsamt wieder, Grundlage ist § 28 Abs. 2 des Landeswaldgesetzes vom 25. Februar 2016.

Diese Frist ist zwei Wochen länger als in Niedersachsen, wo sie am 1. April beginnt. Wer im Frühjahr von einem Bundesland ins andere fährt, sollte das wissen: Im März gilt in Sachsen-Anhalt schon die Leine, in Niedersachsen noch nicht.

Ausgenommen sind Jagd-, Hüte-, Blindenführ- und andere Assistenzhunde, Polizeihunde sowie sonstige Diensthunde während ihres bestimmungsgemäßen Einsatzes. Ein Familienhund fällt nicht darunter, auch wenn er gut erzogen ist.

Ein Verstoß ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Zuständig sind die Landkreise, kreisfreien Städte und Gemeinden, die Höhe hängt deshalb vom Ort ab.

Warum gerade diese Monate

In diesen Wochen setzen Rehe ihre Kitze, Hasen bekommen Junge, und Bodenbrüter wie Feldlerche und Kiebitz sitzen auf dem Gelege. Ein Hund, der querfeldein läuft, muss kein Tier fangen, um Schaden anzurichten: Eine aufgescheuchte Ricke kommt oft stundenlang nicht zu ihrem Kitz zurück, und ein verlassenes Gelege kühlt aus.

Dazu kommt der Geruch. Ein Kitz, das ein Hund beschnuppert hat, wird von der Mutter mitunter nicht mehr angenommen. Deshalb gilt in der Setzzeit: auf dem Weg bleiben, und den Hund an der Leine.

Nationalpark Harz: das ganze Jahr

Der Nationalpark Harz liegt zum Teil in Sachsen-Anhalt, und dort gilt eine strengere Regel als im Rest des Landes. Die Nationalparkverwaltung schreibt, dass zum Schutz der Wildtiere das ganze Jahr über Leinenpflicht besteht, weil viele der dort lebenden Arten gefährdet und streng geschützt sind.

Dazu kommt ein Wegegebot: Besucher bleiben auf den markierten Wanderwegen. Wildtiere an ihren Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten aufzusuchen, zu fotografieren oder zu filmen, ist ausdrücklich untersagt.

Für einen Urlaub im Harz heißt das: Die Leine gehört ins Gepäck, und zwar auch im Oktober. Wer seinen Hund rennen lassen möchte, sucht sich dafür Flächen außerhalb des Nationalparks.

Was im Ort gilt

Außerhalb von Wald und freier Landschaft regelt Sachsen-Anhalt die Leine nicht landesweit. In Städten und Gemeinden gelten Satzungen, und die unterscheiden sich: In der einen Stadt ist die Innenstadt Leinenzone, in der nächsten der ganze Ort, in einer dritten nur der Park.

Für Urlauber ist das unübersichtlich, deshalb die praktische Regel: im Ort anleinen, außerhalb auf Schilder achten. Das ist fast überall richtig und nirgends falsch.

Für gefährliche Hunde gelten eigene Vorschriften nach dem Hundegesetz des Landes, samt Leinen- und Maulkorbpflicht. Wer einen Hund einer der dort genannten Rassen hält, klärt vor der Reise, was für ihn gilt.

Wo du mit Hund gut unterwegs bist

Sachsen-Anhalt ist flacher und leerer, als sein Ruf vermuten lässt, und das ist für Hunde ein Vorteil.

Der Harz ist die bekannteste Ecke, mit dem Brocken als Ziel und einem dichten Wegenetz. Für Hunde gilt dort die strengste Regel des Landes, dafür bekommt man Wald, Bäche und im Herbst kühle Luft. Wer lange Runden ohne Leine sucht, ist hier falsch, wer Landschaft sucht, richtig.

Das Saaletal zwischen Naumburg und Halle ist die mildere Alternative: Weinberge, Flussufer, Burgen über dem Tal und kurze Wege zwischen den Orten. Die Steigungen sind moderat, das Klima ist eines der trockensten Deutschlands.

Die Altmark im Norden ist der Geheimtipp für alle, die Ruhe wollen. Wenig Verkehr, viele Feldwege, kaum Tourismus. Wer einen Hund hat, der auf Begegnungen reagiert, findet hier tagelang niemanden.

Rund um die Seenlandschaft bei Bitterfeld sind aus Tagebauen Seen geworden. Sie sind jung, die Ufer teils noch unbefestigt, und abseits der offiziellen Strandbäder stört sich selten jemand an einem Hund im Wasser. Was gilt, steht am Zugang.

Was die Nachbarländer anders machen

Sachsen-Anhalt grenzt an sechs Bundesländer, und die Regeln wechseln an der Landesgrenze.

  • Niedersachsen beginnt seine Frist erst am 1. April statt am 1. März, endet aber am selben Tag.
  • Brandenburg hat im Wald ganzjährig Leinenpflicht, ohne Frist.
  • Sachsen und Thüringen haben keine landesweite Frist dieser Art.
  • Im Nationalpark Harz gilt beidseits der Landesgrenze zu Niedersachsen dieselbe ganzjährige Regel.

Wer im Frühjahr eine Rundreise plant, stellt sich am besten auf die strengste Regel der Strecke ein. Das erspart das Nachschlagen an jeder Grenze.

Die drei häufigsten Irrtümer

„Mein Hund hört, also darf er frei laufen." Im Zeitraum vom 1. März bis 15. Juli nicht. Die Regel kennt keine Ausnahme für gut erzogene Hunde, nur für Dienst- und Assistenzhunde im Einsatz.

„Auf dem Feldweg gilt das nicht." Doch. Wald und freie Landschaft schließen Feld- und Waldwege ein.

„Ab 15. Juli ist alles erlaubt." Die Leinenpflicht endet, das Gebot der Aufsicht nicht. Unbeaufsichtigt laufen lassen darf man den Hund dort nie, und im Harz bleibt die Leine ganzjährig Pflicht.

Was das für deinen Urlaub bedeutet

  • Frühjahr und Frühsommer: Leine, überall außerhalb des Ortes. Die Frist endet erst Mitte Juli.
  • Ab Mitte Juli: In Wald und Feld darf der Hund frei laufen, unbeaufsichtigt aber nie.
  • Im Harz: ganzjährig Leine, unabhängig von der Jahreszeit.
  • Im Zweifel: Das Schild am Waldeingang oder an der Badestelle gilt vor jeder Liste im Netz.

Wer im Frühjahr eine Unterkunft in Sachsen-Anhalt sucht, achtet am besten auf ein eingezäuntes Grundstück. Dort darf der Hund auch im März ohne Leine laufen, und das entspannt die ganze Woche. Bei uns steht das als eigenes Merkmal im Eintrag, bevor du anfragst.

Dieser Überblick ersetzt keine Rechtsberatung. Wie die anderen Bundesländer es regeln, steht unter Leinenpflicht für Hunde.

Häufige Fragen

Wann gilt in Sachsen-Anhalt Leinenpflicht?

Vom 1. März bis zum 15. Juli in Wald und freier Landschaft, geregelt in § 28 Abs. 2 des Landeswaldgesetzes. Außerhalb dieser Zeit darf der Hund dort frei laufen, unbeaufsichtigt aber nie. Im Nationalpark Harz gilt die Leine das ganze Jahr.

Gilt die Leinenpflicht auch auf Feldwegen?

Ja. Die Regel betrifft Wald und freie Landschaft, dazu gehören Feld- und Waldwege ebenso wie Wiesen und Äcker.

Welche Hunde sind ausgenommen?

Jagd-, Hüte-, Blindenführ- und andere Assistenzhunde, Polizeihunde und sonstige Diensthunde während ihres Einsatzes. Ein gut erzogener Familienhund fällt nicht darunter.

Was kostet ein Verstoß?

Das ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann. Zuständig sind Landkreise, kreisfreie Städte und Gemeinden, die Höhe hängt deshalb vom Ort ab.

Darf mein Hund im Nationalpark Harz frei laufen?

Nein. Die Nationalparkverwaltung nennt eine ganzjährige Leinenpflicht zum Schutz der Wildtiere, dazu gilt ein Wegegebot. Das ist strenger als im übrigen Sachsen-Anhalt.

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Über den Autor
Daniel Werner

Daniel ist Gründer von Urlaub mit Tieren und betreibt selbst zwei tierfreundliche Ferienunterkünfte bei Würzburg, das Ferienhaus „zum Goldschmied" und die Ferienwohnung „Heimatgefühl". Er schreibt hier aus echter Gastgeber-Erfahrung: von der Napfstation bis zum eingezäunten Garten.

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