Urlaub mit Tieren

Katze mit in den Urlaub nehmen: Wann es gut geht und wann nicht

Foto von Daniel Werner Daniel Werner · 16.09.2026 · 8 Min. Lesezeit
Getigerte Katze steigt vorsichtig aus einer offenen Transportbox auf den Holzboden einer hellen Ferienwohnung

Die ehrliche Antwort zuerst: Die meisten Katzen bleiben lieber zu Hause. Der Deutsche Tierschutzbund nennt Katzen ortsgebunden, sie bleiben am liebsten in ihrer gewohnten Umgebung. Wir schreiben das, obwohl wir Unterkünfte für den Urlaub mit Katze vermitteln, denn eine Katze, die eine Woche lang unter dem Bett sitzt, macht auch dir keinen schönen Urlaub.

Es gibt aber Katzen, die das Reisen gelassen nehmen, und Situationen, in denen sie mitmüssen, etwa bei einem langen Aufenthalt. Für diese Fälle steht hier, was Tierärzte und Tierschutzorganisationen raten, und woran du merkst, ob deine Katze zu den Reisenden gehört.

Welche Katzen gut reisen und welche besser zu Hause bleiben

Ob eine Katze mitfahren sollte, ist laut TASSO immer eine Einzelfallentscheidung. Sie hängt vom Charakter der Katze ab, davon, wie sie auf Veränderungen reagiert, wie eng sie an dir hängt und wie sie Autofahrten verträgt. Wer es ausprobieren möchte, sollte vorher testen, ob sich die Katze in einer fremden Umgebung wohlfühlt, etwa bei Freunden oder mit kurzen Ausflügen.

Ein deutliches Warnsignal ist die Autofahrt selbst. Speichelt deine Katze, jault sie oder zittert sie heftig, rät TASSO, den Urlaub mit ihr noch einmal zu überdenken. Katzen mögen Veränderungen wegen ihres Revierverhaltens in der Regel nicht, so steht es auch im Merkblatt der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Ob deine Katze gesundheitlich reisefähig ist, klärst du am besten vorher in der Tierarztpraxis, vor allem bei älteren oder kranken Tieren.

Ferienwohnung statt Hotel

Wenn die Katze mitkommt, entscheidet die Unterkunft viel. TASSO hält Hotels für Katzen meist für ungeeignet: Es gibt kaum Rückzugsmöglichkeiten, dazu fremde Gerüche und Reinigungskräfte, die ins Zimmer kommen. Eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus ist laut TASSO deutlich angenehmer, weil die Katze dort in Ruhe ankommen kann.

Aus unserer Sicht als Gastgeber kommt ein zweiter Punkt dazu: Plane mit Katze lieber einen längeren Aufenthalt an einem Ort als eine Rundreise mit wechselnden Unterkünften. Jeder Wechsel heißt eine neue Fahrt und eine neue Umgebung, an die sich die Katze wieder gewöhnen muss.

Transportbox und Autofahrt

Die Box sollte deine Katze kennen, lange bevor es losgeht. Die Tierärztliche Hochschule Hannover rät, sie in der Wohnung aufzustellen, als zusätzlichen Schlafplatz anzubieten und die Katze darin zu füttern. TASSO empfiehlt, einige Wochen vorher zu üben, bis die Katze freiwillig hineingeht. In die Box gehört eine leicht zu reinigende Decke, die schon vertraut riecht, dazu eine Ersatzdecke, falls unterwegs etwas danebengeht. Praktisch sind Boxen, die sich von oben öffnen lassen, und während der Fahrt kannst du die Box mit einem Tuch abdecken.

Im Auto muss die Box gesichert sein, sonst kann die Katze bei einer Vollbremsung schwer verletzt werden. Rechtlich gilt die Pflicht zur Ladungssicherung aus § 22 der Straßenverkehrs-Ordnung, und der ADAC behandelt Tiere im Auto ausdrücklich als Ladung. Wo die Box am besten steht, beantwortet die internationale tierärztliche Leitlinie der Katzenmedizin mit einer Empfehlung des Center for Pet Safety: Die meisten Boxen, auch alle festen Kunststoffboxen, gehören in den Fußraum hinter den Vordersitzen.

Bei längeren Fahrten plane Pausen ein. Wasser oder eine kleine Katzentoilette bietest du nur in einem gesicherten Bereich an, also bei geschlossenen Türen im Auto. Und so selbstverständlich es klingt: Lass deine Katze nie allein im geparkten Auto, es heizt sich schnell auf. Ob deine Katze vor der Fahrt nüchtern bleiben soll, wird unterschiedlich beantwortet. Neigt sie zu Reiseübelkeit, erkennbar an Lecken, Speicheln oder Erbrechen, besprich das vorher mit deiner Tierarztpraxis.

Beruhigungsmittel und Pheromone

Leise Musik, eine vertraute Decke und beruhigende Pheromone können laut TASSO helfen, damit die Katze entspannter reist. Die tierärztliche Leitlinie empfiehlt, Box und Auto etwa 15 Minuten vor der Abfahrt mit synthetischen Katzenpheromonen vorzubereiten, wenn das Training mit der Box nicht klappt. Die Studienlage zu Pheromonen ist allerdings gemischt, verlassen solltest du dich nicht allein darauf.

Medikamente gegen Angst oder Reiseübelkeit gibt es, aber nur über die Tierarztpraxis. Frag dort auch, ob du das Mittel vor der Reise zu Hause ausprobieren solltest, damit du weißt, wie deine Katze darauf reagiert. Mittel aus der eigenen Hausapotheke gehören nicht in die Katze.

Die ersten Tage in der Unterkunft

Nach der Ankunft zählt vor allem eines: dass die Katze nicht entwischt. Sichere Fenster und Türen, bevor du die Box öffnest. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz warnt besonders vor gekippten Fenstern, in denen Katzen sich einklemmen können, und rät, Balkone mit einem Netz zu sichern. Frag deshalb vor der Buchung, ob Balkon und Fenster gesichert sind.

In unserer eigenen Ferienwohnung in Maidbronn bei Würzburg wohnen seit 2018 immer wieder Katzen, darunter Wohnungskatzen auf ihrer ersten Reise, ältere Katzen mit Insulinplan und ängstliche Tiere kurz nach einem Umzug. Zwei Dinge haben sich dort bewährt: Auf Wunsch spannen wir vor der Ankunft ein Netz vor den Balkon und sichern die Fenster, und die Telefonnummern der Tierarztpraxis im Ort und des Notdiensts liegen ausgedruckt in der Wohnung. Genau danach lohnt es sich, bei jeder Unterkunft vorher zu fragen.

Getigerte Katze schläft auf einer grauen Decke im Schlafzimmer einer Ferienwohnung, am Fenster steht die Transportbox
Symbolbild: angekommen in der Ferienwohnung.

Für Umzüge rät TASSO, der Katze zuerst einen einzelnen Raum zu geben, in dem ihre vertrauten Sachen stehen. Das lässt sich gut auf die Ferienwohnung übertragen: Box, Decke, Toilette, Futter und Wasser in ein ruhiges Zimmer, und erst wenn sie dort entspannt ist, darf sie den Rest erkunden. Freigang in fremder Umgebung ist riskant, weil eine Katze in Panik weglaufen kann. Nach draußen geht es laut TASSO nur in einem gut gesicherten Auslauf oder an einer Leine unter Aufsicht, an die sie schon gewöhnt ist.

Papiere für die Reise

Für eine Reise ins Ausland braucht deine Katze einen EU-Heimtierausweis, einen Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung. Den Chip empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund aber jeder Katze, auch ohne Grenze. Er trägt eine 15-stellige Nummer und wird unter die Haut an der linken Halsseite gesetzt, die Kosten liegen laut Tierschutzbund bei etwa 55 Euro. Wichtig ist der zweite Schritt: Registriere die Nummer mit deinen Kontaktdaten, etwa kostenfrei bei FINDEFIX. Das erledigen die wenigsten Tierarztpraxen automatisch, und nur mit Registrierung findet eine entlaufene Katze im Urlaub zu dir zurück.

Woran du Stress erkennst

Katzen zeigen Stress oft leise. Die tierärztliche Leitlinie nennt halb geschlossene Augen und seitlich gedrehte Ohren als frühe Zeichen, dazu Erstarren, Verstecken oder Flucht. Hält der Stress an, zeigt er sich laut Tierärztlicher Vereinigung für Tierschutz eher so:

  • Urin oder Kot außerhalb der Toilette
  • deutlich mehr oder weniger Fressen als sonst
  • übermäßiges Putzen bis zu kahlen Stellen
  • plötzliche Aggressivität oder Teilnahmslosigkeit

Frisst deine Katze im Urlaub nicht oder wirkt sie über Tage apathisch, such eine Tierarztpraxis vor Ort auf. Und rechne damit, dass sie auch nach der Rückkehr ein wenig Zeit braucht, bis wieder alles ist wie vorher.

Wenn die Katze doch zu Hause bleibt

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz hält die Betreuung in der gewohnten Umgebung für tiergerechter als eine Unterbringung außer Haus. Am besten kommen vertraute Menschen oder ein professioneller Katzensitter jeden Tag vorbei. TASSO rät, dass die Katze die Betreuungsperson vorher kennenlernt, am besten, solange du noch da bist.

Wie lange eine Katze allein bleiben darf, dafür nennen die Fachstellen keine feste Zahl. Die oft gelesenen 24 Stunden haben wir nur bei Händlern und Sitter-Diensten gefunden, nicht bei Tierärzten oder Tierschutzorganisationen. Plane lieber mit täglichen Besuchen.

Häufige Fragen

Kann man eine Katze mit in den Urlaub nehmen? Ja, aber für die meisten Katzen ist es besser, zu Hause betreut zu werden. Mitnehmen lohnt sich vor allem bei gelassenen, menschenbezogenen Katzen, die Autofahrten vertragen, und für einen längeren Aufenthalt in einer ruhigen Ferienwohnung.

Wo gehört die Transportbox im Auto hin? Laut tierärztlicher Leitlinie in den Fußraum hinter den Vordersitzen, das gilt für die meisten Boxen und für alle festen Kunststoffboxen. Gesichert sein muss sie in jedem Fall.

Darf meine Katze im Urlaub raus? Nur gesichert: in einem ausbruchsicheren Auslauf oder an einer Leine unter Aufsicht, an die sie gewöhnt ist. In fremder Umgebung laufen Katzen in Panik leicht weg.

Welche Papiere braucht meine Katze? Für Reisen ins Ausland einen EU-Heimtierausweis, einen Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung. Einen registrierten Chip empfiehlt der Tierschutzbund jeder Katze.

Wie lange darf eine Katze allein bleiben? Eine feste Grenze nennen Tierärzte und Tierschutzorganisationen nicht. Plane während deines Urlaubs tägliche Besuche durch eine Person, die deine Katze kennt.

Unterkünfte für den Urlaub mit Katze

Wenn deine Katze mitkommt, findest du bei den Unterkünften für den Urlaub mit Katze Ferienwohnungen und Ferienhäuser, in denen Katzen willkommen sind. Dort steht auch, wie du eine Wohnung bei der Ankunft in wenigen Minuten katzensicher machst.

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Über den Autor
Daniel Werner

Daniel ist Gründer von Urlaub mit Tieren und betreibt selbst zwei tierfreundliche Ferienunterkünfte bei Würzburg, das Ferienhaus „zum Goldschmied" und die Ferienwohnung „Heimatgefühl". Er schreibt hier aus echter Gastgeber-Erfahrung: von der Napfstation bis zum eingezäunten Garten.

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