Urlaub mit Hund im Spreewald
Im Spreewald gibt es keinen Berg, und für viele Hunde ist das die beste Nachricht. Die Wege laufen eben an den Fließen entlang, durch Erlenwald und über Wiesen, und am Nachmittag setzt ihr euch in einen Kahn und lasst euch staken, mit dem Hund vorn an der Spitze.
Der Spreewald ist aber auch ein Schutzgebiet mit klaren Regeln. In Brandenburg gehört der Hund im Wald immer an die Leine, im Biosphärenreservat darf er in den Schutzzonen nicht frei laufen. Wer das vorher weiß, hat hier sehr entspannte Tage.
Lübben · Lübbenau · Burg (Spreewald) · Schlepzig
Spreewald ist bei uns noch neu
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Urlaub mit Hund im Spreewald: auf dem Wasser, am Wasser und mit Leine
Für welchen Hund der Spreewald passt
Der Spreewald ist eine flache Niederung in Brandenburg, durchzogen von der Spree und unzähligen kleinen Wasserläufen, den Fließen. Das Biosphärenreservat umfasst gut 475 Quadratkilometer und ist seit 1991 von der UNESCO anerkannt. Zwischen Lübben im Norden, Lübbenau in der Mitte und Burg im Osten liegen Dörfer, in denen manche Höfe bis heute am besten über das Wasser zu erreichen sind.
Für Hunde bedeutet das:
- Kaum Steigungen. Gut für alte Hunde, kleine Rassen, Hunde nach einer Operation und alle, die lange gehen, aber nicht klettern wollen.
- Viel Wasser. Fast jeder Weg führt an einem Fließ entlang. Für Wasserhunde reizvoll, für Hunde, die jedem Enten hinterherwollen, eine Übung in Geduld.
- Viele Radfahrer. Die flachen Wege sind auch Radwege, und an Sommerwochenenden ist dort Betrieb.
Wer einen Hund hat, der im Gedränge nervös wird, meidet die Häfen von Lübbenau und Lehde am Wochenende zwischen Mittag und Nachmittag. Früh am Morgen und an Werktagen im Frühjahr oder Herbst ist der Spreewald dagegen sehr still, auch an den bekannten Stellen.
Kahnfahrt mit Hund
Die Kahnfahrt ist das, weswegen die meisten in den Spreewald kommen. Der Fährmann stakt den flachen Holzkahn mit einer langen Stange durch die Fließe, es ist still, und es geht langsam. Für Hunde ist das meist entspannter als jede Bootsfahrt mit Motor.
Eine gemeinsame Regel aller Kahnfährleute gibt es nicht, jeder Hafen entscheidet selbst. Zwei Beispiele aus Lübbenau:
- Großer Hafen Lübbenau. Hunde werden mitgenommen, der Fährmann berechnet dafür 5 Euro. Stört sich ein anderer Gast am Hund, wechselt ihr in einen anderen Kahn.
- Kahnfahrten Hannemann. Hunde sind erlaubt, und der beste Platz ist an der Kahnspitze vor der ersten Bank, dort ist am meisten Platz.
Was die Fahrt für den Hund angenehm macht:
- Vorn sitzen, bei euch, in Fahrtrichtung. Kleine Hunde auf dem Schoß.
- Kurze Leine. Ein Kahn liegt tief im Wasser, ein Hund, der einer Ente nachspringt, ist schnell draußen.
- Kürzere Fahrt zuerst. Die großen Rundfahrten dauern mehrere Stunden. Für den ersten Versuch lieber eine kurze Tour wählen.
- Handtuch und Wasser mitnehmen, auf dem Kahn gibt es keinen Schatten.
Fragt vor dem Einsteigen kurz beim Fährmann nach, auch wenn am Hafen Hunde erlaubt sind. Es ist sein Kahn, und bei einer vollen Linienfahrt kann es sein, dass er euch den nächsten empfiehlt.
Paddeln mit Hund
Wer selbst fahren will, mietet Kanu oder Kajak. Viele Verleihe nehmen Hunde mit, die Bedingungen legt jeder selbst fest. Manche bitten um eine Decke für den Bootsboden, fragt vor der Buchung nach.
Der Tourismusverband Spreewald hat Paddelregeln aufgestellt, die im Biosphärenreservat gelten:
- Paddeln ist nur bis eine Stunde nach Sonnenuntergang erlaubt.
- Anlegen nur an markierten, befestigten Ein- und Ausstiegsstellen. Das Ufer zu betreten und Pflanzen zu beschädigen ist untersagt. Für den Hund heißt das: Pause nur an diesen Stellen, nicht am nächsten schönen Grasufer.
- Kähne haben Vorrang, weil sie schwerer zu steuern sind.
- 0,5 Promille gelten auch auf dem Wasser.
Dazu kommt die Verordnung des Biosphärenreservats: Boot fahren ist in den Schutzzonen nur auf den ausgewiesenen Seen und Wasserwanderwegen erlaubt, Motorboote sind dort ganz verboten. Die Kernzonen dürfen gar nicht betreten werden.
Praktisch mit Hund: Setzt ihn in die Mitte des Boots, nicht an den Rand. Ein Kanu ist kippeliger als ein Kahn, und ein Hund, der sich plötzlich zur Seite lehnt, bringt es ins Schwanken. Eine Hundeschwimmweste mit Griff am Rücken ist hier kein Zubehör für Ängstliche, sondern der schnellste Weg, einen Hund aus dem Wasser zurück ins Boot zu holen. Auf manchen Strecken bedient ihr die kleinen Schleusen selbst. Dafür muss einer aussteigen, und der Hund bleibt so lange im Boot oder an der Leine am Ufer.
Leine: Brandenburg ist strenger als andere Länder
In Brandenburg ist die Leine im Wald kein Rat, sondern Gesetz. Das Waldgesetz des Landes sagt in § 15 knapp: Hunde dürfen nur angeleint mitgeführt werden. Das gilt das ganze Jahr, ausgenommen sind nur Jagdhunde bei der Jagd und Polizeihunde.
Die Hundehalterverordnung des Landes regelt, wo außerdem die Leine Pflicht ist:
- bei Veranstaltungen, Umzügen und Volksfesten
- auf Sport- und Campingplätzen
- in öffentlichen Park-, Garten- und Grünanlagen
- in Fußgängerzonen und Einkaufszentren
- in öffentlichen Verkehrsmitteln und Verwaltungsgebäuden, dort zusätzlich mit Maulkorb
Auf Kinderspielplätze, gekennzeichnete Liegewiesen und in Badeanstalten dürfen Hunde gar nicht. Frei laufen dürfen sie in gekennzeichneten Hundeauslaufgebieten. Außerhalb des eigenen Grundstücks braucht der Hund ein Halsband oder Geschirr mit Name und Anschrift des Halters, darauf weist etwa die Stadt Lübbenau hin.
Im Biosphärenreservat kommt die Schutzgebietsverordnung dazu. In den Schutzzonen I und II ist es verboten, Hunde frei laufen zu lassen. Im Frühjahr, zur Brut- und Setzzeit, bittet das Landesamt für Umwelt zusätzlich um besondere Rücksicht in Feld und Wiese.
Kurz gesagt: Im Spreewald plant ihr mit Leine. Eine Schleppleine gibt dem Hund auf den Wiesenwegen mehr Raum, ohne dass ihr gegen eine Regel verstoßt.
Wege zu Fuß und mit dem Rad
Zu Fuß zeigt sich der Spreewald am besten auf den Wegen zwischen den Dörfern. Ein Klassiker ist der Weg von Lübbenau nach Lehde, dem kleinen Dorf, in dem viele Höfe am Wasser liegen. Er ist flach, kurz und im Sommer entsprechend belebt. Ruhiger sind die Wege rund um Burg, wo die Streusiedlung sich weit in die Wiesen zieht, und der Norden um Schlepzig, mit mehr Wald und weniger Tagesgästen.
Was den Hund auf diesen Wegen erwartet:
- Weicher Boden. Sand, Wiese, Waldboden. Gut für Pfoten, nach Regen matschig.
- Brücken. Viele kleine Holzbrücken über die Fließe, manche mit Lattenrost. Hunde, die ungern über Gitter gehen, braucht ihr dort etwas Zeit.
- Kaum Schatten auf den Wiesen. Im Wald ist es kühl, auf den offenen Abschnitten zwischen den Dörfern nicht.
Mit dem Rad sind die Entfernungen im Spreewald schnell überbrückt, die Wege sind eben und gut ausgebaut. Für den Hund lohnt sich ein Anhänger, wenn die Runde länger wird, oder ihr lasst ihn nur auf kurzen Abschnitten neben dem Rad laufen. Auf den Wegen trefft ihr viele andere Radler, und ein Hund an der langen Leine quer über den Weg ist dort die häufigste Ursache für Ärger.
In den Besucherzentren des Biosphärenreservats in Lübbenau, Burg und Schlepzig bekommt ihr Karten und Hinweise, welche Wege gerade gesperrt sind.
Mücken, Zecken und Wasser
Wo viel Wasser ist, sind im Sommer viele Mücken, und der Spreewald ist da keine Ausnahme. Am stärksten ist es in der Dämmerung und nach warmen, feuchten Tagen. Für den Hund heißt das: Abendrunde lieber vor Sonnenuntergang, und im Haus gehören Fliegengitter und ein Schlafplatz abseits der offenen Terrassentür dazu. Fragt beim Tierarzt vor der Reise nach einem Mittel, das auch gegen Mücken wirkt, nicht jedes Zeckenmittel tut das.
Bei Zecken lohnt ein genauer Blick. Das Robert Koch-Institut führt zwei der drei Landkreise im Spreewald als FSME-Risikogebiet: Oberspreewald-Lausitz mit Lübbenau und Spree-Neiße mit Burg. Der Landkreis Dahme-Spreewald mit Lübben und Schlepzig ist es nicht. Für den Hund macht das wenig Unterschied, weil ihn die Zecken vor allem mit Borreliose und Anaplasmose anstecken können. Absuchen gehört jeden Abend dazu.
Zum Wasser selbst:
- Baden ist in den Schutzzonen des Biosphärenreservats nur an gekennzeichneten Stellen erlaubt, und in Badeanstalten sind Hunde nach Landesrecht verboten. Eine offizielle Liste von Hundebadestellen haben wir nicht gefunden. Fragt die Gemeinde oder den Gastgeber.
- Fließe sind oft tiefer, als sie aussehen, und die Ufer sind steil. Ein Hund, der hineinspringt, kommt nicht an jeder Stelle allein wieder heraus.
- Im Sommer können stehende Gewässer Blaualgen bilden. Grünlich trübes Wasser mit Schlieren: Hund nicht hineinlassen und nicht trinken lassen.
Anreise und Jahreszeiten
Von Berlin aus ist der Spreewald nah, mit dem Auto etwa eine Stunde, und Lübben und Lübbenau haben einen Bahnhof an der Strecke Richtung Cottbus. Mit Hund in Zug und Bus gilt in Brandenburg, was die Hundehalterverordnung vorschreibt: Leine und Maulkorb in öffentlichen Verkehrsmitteln. Übt das Tragen des Maulkorbs vorher zu Hause, wenn euer Hund ihn nicht kennt. Ob der Hund eine eigene Fahrkarte braucht, regelt der Verkehrsverbund.
Über das Jahr verteilt sieht der Spreewald sehr unterschiedlich aus:
- Frühjahr. Das Wasser steht oft hoch, die Wiesen sind nass, und in der Brut- und Setzzeit brüten Vögel am Ufer. Leine kurz halten.
- Sommer. Warm, voll an den Häfen, abends Mücken. Kahnfahrten am Vormittag sind angenehmer als am Nachmittag.
- Herbst. Die ruhigste und für Hunde angenehmste Zeit, mit Nebel über den Fließen am Morgen.
- Winter. Viele Kahnfährleute machen Pause, die Wege sind leer. Frieren die Fließe zu, gehört der Hund nicht aufs Eis.
Was im Spreewald mit Hund gilt
Die Regeln stammen aus dem Waldgesetz und der Hundehalterverordnung Brandenburg, der Verordnung des Biosphärenreservats und von den Häfen selbst. Stand September 2026, Aushänge vor Ort gehen vor.
| Ort | Mit Hund | Quelle |
|---|---|---|
| Wald | Immer an der Leine | Waldgesetz Brandenburg, § 15 |
| Schutzzonen I und II im Biosphärenreservat | Nicht frei laufen lassen, Kernzone gar nicht betreten | Verordnung Biosphärenreservat Spreewald |
| Kahn am Großen Hafen Lübbenau | Ja, 5 Euro für den Hund | Hafen |
| Kanu und Kajak | Je nach Verleih, anlegen nur an markierten Stellen | Verleih und Tourismusverband |
| Bus und Bahn | An der Leine und mit Maulkorb | Hundehalterverordnung Brandenburg |
| Badeanstalt und Liegewiese | Nein | Hundehalterverordnung Brandenburg |
| Gekennzeichnetes Hundeauslaufgebiet | Frei laufen erlaubt | Hundehalterverordnung Brandenburg |
Häufige Fragen zu Urlaub mit Hund im Spreewald
Darf mein Hund mit auf die Kahnfahrt im Spreewald?+
In der Regel ja, aber jeder Hafen entscheidet selbst. Am Großen Hafen Lübbenau fährt der Hund für 5 Euro mit. Der beste Platz ist vorn an der Kahnspitze, bei euch und an kurzer Leine.
Gilt im Spreewald Leinenpflicht?+
Im Wald ja, immer: Das Waldgesetz Brandenburg erlaubt Hunde dort nur angeleint. In den Schutzzonen des Biosphärenreservats dürfen Hunde nicht frei laufen, und die Hundehalterverordnung schreibt die Leine unter anderem in Parks, auf Campingplätzen und bei Veranstaltungen vor.
Kann ich im Spreewald mit Hund paddeln?+
Ja, viele Verleihe nehmen Hunde mit, fragt vor der Buchung. Angelegt wird nur an markierten Ein- und Ausstiegsstellen, und gepaddelt werden darf bis eine Stunde nach Sonnenuntergang. Eine Hundeschwimmweste mit Griff lohnt sich.
Braucht mein Hund im Bus einen Maulkorb?+
Ja. Die Hundehalterverordnung Brandenburg verlangt in öffentlichen Verkehrsmitteln Leine und einen Maulkorb, der das Beißen verhindert. Das gilt für jeden Hund, unabhängig von der Größe.
Gibt es im Spreewald viele Mücken?+
Im Sommer ja, vor allem in der Dämmerung und nach feuchtwarmen Tagen. Legt die Abendrunde vor Sonnenuntergang und fragt euren Tierarzt nach einem Mittel, das auch gegen Mücken wirkt. Im September und Oktober ist es deutlich ruhiger.
Ist der Spreewald ein Zeckengebiet?+
Teilweise. Die Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße, also etwa Lübbenau und Burg, sind laut Robert Koch-Institut FSME-Risikogebiet, der Landkreis Dahme-Spreewald nicht. Für den Hund ist Zeckenschutz überall im Spreewald sinnvoll.
Wann ist die beste Reisezeit für den Spreewald mit Hund?+
Ende Mai bis Juni sowie September und Oktober. Dann sind die Häfen leerer, und die Temperatur passt für lange Runden. Im Hochsommer ist an Wochenenden viel los.