Urlaub mit Hund in der Fränkischen Schweiz
Die Fränkische Schweiz ist kein Gebirge und keine Ebene, sondern ein Netz aus engen Tälern, in denen Felsnadeln über den Wiesen stehen. Für einen Hund heißt das kurze Wege und viel Abwechslung: In einer Stunde seid ihr vom Talgrund auf der Hochfläche und wieder unten.
Die Gegend liegt zwischen Bamberg, Bayreuth und Nürnberg und ist nie weit von der nächsten Ortschaft entfernt. Wer Einsamkeit sucht, findet sie auf den Hochflächen, nicht im Wiesenttal. Zwei Dinge solltet ihr vorher wissen. Zum Baden gibt es hier fast nichts außer der Wiesent, und auf den Wiesen der Landwirte hat ein freilaufender Hund nichts verloren.
Ebermannstadt · Waischenfeld · Pottenstein · Gößweinstein
Fränkische Schweiz ist bei uns noch neu
Wir nehmen die ersten Unterkünfte in der Fränkischen Schweiz gerade auf und zeigen hier nur, was wir selbst geprüft haben. Bis dahin hilft dir unser Regionsführer weiter unten bei der Planung, und die Unterkünfte darunter nehmen deinen Hund schon heute.
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Urlaub mit Hund in der Fränkischen Schweiz: was in den Tälern, am Wasser und an den Ausflugszielen gilt
Enge Täler, Hochflächen und kurze Wege
Der Naturpark umfasst nach Angaben der Tourismuszentrale über 2.000 Quadratkilometer, und darin stecken über 1.000 Höhlen. Was die Gegend für einen Hundeurlaub ausmacht, ist aber die Form der Landschaft: Jedes Tal ist ein eigener kleiner Raum, und zwischen zwei Tälern liegt eine Hochfläche mit Feldern und Wacholderhängen.
Daraus ergeben sich zwei sehr unterschiedliche Reviere.
- Im Tal laufen die Wege an der Wiesent, der Püttlach oder der Aufseß entlang. Flach, schattig, nah am Wasser, gut für ältere Hunde und für heiße Tage. Dafür sind sie an Wochenenden voll, vor allem zwischen Ebermannstadt und Behringersmühle.
- Auf der Hochfläche gehören euch Feldwege und Wacholderheiden oft allein. Weniger Schatten, dafür Weitblick und kaum Begegnungen. Für einen Hund, der anderen Hunden lieber aus dem Weg geht, ist das die bessere Wahl.
Die Orte liegen eng beieinander. Von Pottenstein nach Gößweinstein sind es wenige Kilometer, nach Waischenfeld auch. Ein Urlaub hier braucht deshalb kaum Autofahrten, und das ist mit Hund mehr wert als jede Sehenswürdigkeit.
Die fünf Sehenswürdigkeiten in der Fränkischen Schweiz, und ob der Hund mitdarf
Die Ziele, die in jedem Reiseführer stehen, und was davon mit Hund geht. Die Regel stammt jeweils vom Betreiber, der Link führt zur Quelle. Sie kann sich ändern, ein kurzer Blick vor dem Ausflug lohnt.
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Mit Auflagen
1. Teufelshöhle Pottenstein
Pottenstein
Hund darf mit zur Führung, durchgehend an der Leine
Die größte Schauhöhle der Gegend, zu sehen nur mit Führung. Die Stadt Pottenstein schreibt, dass Hunde gern zur Führung mitkommen dürfen, aber konstant an der Leine gehalten werden müssen. Unten ist es dauerhaft kühl, nach einer heißen Wanderung ist das angenehm, für einen dünnhaarigen Hund nach einer Stunde auch frisch. Prüft die Öffnungszeiten vorher: Wegen Umbaus ist derzeit nur samstags und sonntags bis 16.30 Uhr geöffnet, und Tickets gibt es nur an der Höhlenkasse.
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Mit Auflagen
2. Erlebnisfelsen Pottenstein
Pottenstein
Gelände ja, Sommerrodelbahn und Skywalk nein
Der Betreiber nennt sich einen tierfreundlichen Erlebnisberg und bittet darum, Hunde an der Leine zu führen. Auf die Sommerrodelbahn und auf den Skywalk darf der Hund nicht mit. Auf dem Gelände steht eine Hundetränke. Der Eintritt kostet nichts, bezahlt wird je Attraktion. Zu zweit geht das deshalb gut auf: Einer rodelt, der andere wartet mit dem Hund im Schatten.
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Mit Auflagen
3. Burg Pottenstein
Pottenstein
Angeleint erlaubt, auch im Museum
Eine der ältesten Burgen Frankens, hoch über dem Ort. Die Burg schreibt knapp: Hunde sind angeleint erlaubt, eine Einschränkung auf bestimmte Bereiche nennt sie nicht. Die Öffnungszeiten wechseln mit der Jahreszeit, im April nur samstags und sonntags, letzter Einlass jeweils 16.30 Uhr. Der Aufstieg vom Ort ist kurz und steil.
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Vorher fragen
4. Kanutour auf der Wiesent
Wiesenttal
Nur 1. Mai bis 30. September, Hund fragt ihr beim Verleiher
Die Wiesent ist der Fluss der Gegend, und das Befahren ist genau geregelt. Erlaubt ist es ausschließlich vom 1. Mai bis 30. September, auf der Strecke von der Straßenbrücke südlich Plankenfels bis zur Einmündung des Leinleiterbachs bei Gasseldorf. Bis zur Wehranlage Sachsenmühle von 9 bis 17 Uhr, danach bis 18 Uhr. Erlaubt sind Kanus, Kajaks, Kanadier, Schlauchboote und Ruderboote mit höchstens vier Plätzen und 6 Metern Länge, Stand-up-Paddling-Boards nicht. Ob euer Hund mitfahren darf, steht in keiner Verordnung, das entscheidet der Verleiher.
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Vorher fragen
5. Binghöhle Streitberg
Wiesenttal
Zu Hunden steht nichts auf der Seite, vorher anrufen
Eine schmale, lange Tropfsteinhöhle, die nur mit Führung zu sehen ist, geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Was für Hunde gilt, schreibt der Betreiber nicht. Andere Schauhöhlen der Gegend handhaben das unterschiedlich, deshalb ruft vorher an, statt euch auf eine Angabe aus einem Portal zu verlassen. Plant im Zweifel ein, dass einer von euch mit dem Hund draußen wartet.
Leine: was in Bayern gilt und was die Bauern erwarten
Bayern hat keine Leinenpflicht, die im ganzen Land für alle Hunde gilt. Geregelt wird das von den Gemeinden, und die Fränkische Schweiz verteilt sich auf die Landkreise Forchheim, Bayreuth und Bamberg mit jeweils eigenen Satzungen. Was im einen Ort erlaubt ist, kann im nächsten anders stehen. Verlasst euch deshalb auf die Schilder am Ortseingang und am Wegrand.
Auf Wiesen und Feldern
Hier ist die Ansage der Tourismuszentrale ungewöhnlich deutlich, und sie hat einen Grund. Hunde sollen nicht frei über landwirtschaftliche Flächen laufen, besonders nicht in der Aufwuchszeit im Frühjahr. Der Kot im Futtergras ist für die Landwirte ein echtes Problem: Er landet über die Silage im Futter und macht Rinder krank. Ein Haufen am Wiesenrand ist hier also kein Kavaliersdelikt, sondern etwas, das ihr mitnehmt.
Im Frühjahr
Von März bis in den Juli brüten Vögel am Boden und Rehe setzen ihre Kitze. Ein Hund, der querfeldein läuft, treibt Wild auf, auch wenn er nie etwas fangen würde. In dieser Zeit gehört er auf dem Weg geführt, und abseits davon an die Leine.
Veldensteiner Forst
Der große Waldblock im Osten ist nach Angaben der Tourismuszentrale Revierstandort und Durchzugsgebiet für Wölfe. Das ist kein Grund, dort nicht zu wandern, es ist der Grund, den Hund in diesem Wald bei sich zu behalten. Ein frei streifender Hund im Wolfsrevier ist die eine Situation, die man vermeiden kann.
Wasser: die Wiesent und sonst wenig
Seid ehrlich zu eurem Hund, bevor ihr bucht: Die Fränkische Schweiz ist keine Badegegend. Große Seen gibt es nicht, ausgewiesene Hundebadestellen nach unserem Stand auch nicht. Was es gibt, ist die Wiesent, dazu Püttlach, Aufseß und Leinleiter.
Der Naturpark hält das Baden mit Hund dort für unproblematisch, wo die Kanuten ein- und aussteigen. Das Ufer ist an diesen Stellen flach, und Vögel brüten dort nicht. Die hohen Uferböschungen dagegen sind genau der Lebensraum, der leidet, wenn Menschen und Hunde hindurchtrampeln. Wer sich daran hält, hat an warmen Tagen genug kühle Stellen.
Wenn ihr selbst paddeln wollt
Auf der Wiesent gelten feste Regeln, und das Landratsamt Forchheim setzt sie durch.
- Befahren ist nur vom 1. Mai bis 30. September erlaubt.
- Erlaubt ist die Strecke von der Straßenbrücke südlich Plankenfels bis zur Mündung des Leinleiterbachs bei Gasseldorf.
- Bis zur Wehranlage Sachsenmühle von 9 bis 17 Uhr, danach bis 18 Uhr.
- Nur Kanus, Kajaks, Kanadier, Schlauchboote und Ruderboote mit höchstens vier Plätzen und 6 Metern Länge. Stand-up-Paddling-Boards sind nicht zulässig.
Ob euer Hund mit ins Boot darf, entscheidet der Verleiher. Fragt vorher, und denkt an eine Schwimmweste, falls euer Hund im Wasser schnell müde wird.
Höhlen, Burgen und der Erlebnisfelsen
Die bekannten Ziele liegen fast alle um Pottenstein und Gößweinstein, und erfreulich viele nehmen Hunde mit.
Teufelshöhle Pottenstein. Die größte Schauhöhle der Gegend, zu besichtigen nur mit Führung. Die Stadt schreibt es klar: Hunde dürfen zur Führung mit, müssen aber durchgehend an der Leine bleiben. Prüft vorher die Öffnungszeiten, wegen Umbaus ist derzeit nur samstags und sonntags geöffnet. In der Höhle ist es dauerhaft kühl, für einen Hund ist das nach einer heißen Wanderung angenehm, für einen dünnhaarigen Hund nach einer Stunde auch frisch.
Erlebnisfelsen Pottenstein. Der Betreiber nennt sich selbst tierfreundlich und bittet um Leine. Auf die Sommerrodelbahn und auf den Skywalk darf der Hund nicht. Es gibt eine Hundetränke, und der Eintritt aufs Gelände kostet nichts, bezahlt wird je Attraktion. Zu zweit geht das also gut: Einer rodelt, der andere wartet mit dem Hund im Schatten.
Burg Pottenstein. Eine der ältesten Burgen Frankens, und sie ist unkompliziert: Hunde sind angeleint erlaubt. Die Öffnungszeiten wechseln mit der Jahreszeit, im April nur am Wochenende.
Für andere Höhlen gilt: fragt vorher nach. Nicht jede Schauhöhle schreibt etwas zu Hunden auf ihre Seite, und ein Anruf ist schneller als eine umsonst gefahrene Strecke.
Wandern zwischen Felsen, und wann es zu heiß wird
Die Wege hier sind kleinteilig. Statt langer Höhenzüge gibt es Rundwege von zwei bis zwölf Kilometern, die meist durch ein Tal hinein, über die Hochfläche und auf der anderen Seite wieder hinunter führen. Für Hunde ist das gut, weil ihr jederzeit abkürzen könnt.
Drei Dinge fallen erst vor Ort auf.
- Die Anstiege sind kurz und steil. Von der Talsohle auf die Hochfläche sind es oft nur hundert Höhenmeter, aber auf wenigen hundert Metern Weg, teils über Felsstufen. Für einen alten Hund oder einen Hund mit Gelenkproblemen sucht ihr besser die Talwege.
- Oben gibt es kein Wasser. Die Hochflächen sind Karst, das Regenwasser versickert. Ein Liter mehr im Rucksack ist hier keine Übervorsicht.
- Kletterer gehören zum Bild. Die Felsen der Fränkischen Schweiz sind ein bekanntes Klettergebiet. An den Einstiegen stehen Gruppen mit Material herum, und für einen aufgeregten Hund ist das viel auf einmal. Die kurze Leine im Vorbeigehen erspart beiden Seiten Ärger.
Im Hochsommer dreht ihr die übliche Reihenfolge um: morgens auf die Hochfläche, mittags ins Tal an den Fluss, abends durch den Wald. Die Südhänge mit ihren Wacholderheiden sind landschaftlich das Schönste hier und um die Mittagszeit das Heißeste.
Anreise, Biergärten und der Rest des Tages
Mit dem Auto seid ihr von Nürnberg in gut einer Stunde da, von Bamberg und Bayreuth in einer halben. Die A9 läuft östlich vorbei, die letzten Kilometer sind kurvige Talstraßen. Wenn eurem Hund im Auto übel wird, plant die Pause vor dem letzten Abschnitt ein, nicht danach.
Mit der Bahn fahrt ihr bis Forchheim oder Ebermannstadt, von dort gibt es Busse ins Wiesenttal. An Wochenenden im Sommer verkehrt auch die Museumsbahn, deren Mitnahmeregeln ihr vorher erfragt.
Was hier besser funktioniert als in vielen Urlaubsgegenden, ist der Abend. Die Fränkische Schweiz ist voller kleiner Brauereien mit Gastgärten unter Kastanien, und ein Hund unter dem Tisch gehört dort zum Bild. Fragt trotzdem kurz, wenn ihr hineingeht, und nehmt eine Decke mit: Auf Kies legt sich mancher Hund nicht gern.
Ein letzter Hinweis zur Unterkunft. Sucht euch ein Haus, von dem aus ihr ohne Auto in den Wald oder ans Wasser kommt. In den Talorten liegt die Hauptstraße oft direkt vor der Tür, und die erste Runde am Morgen entscheidet darüber, wie entspannt der Tag wird.